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Heiraten unter der Woche! Mel & John haben es gemacht!

Heiraten unter der Woche?!? Eine ziemlich gute Idee fanden Mel & John. Im Münchner Botanikum feierten die Zwei alles andere als eine Standardhochzeit. Stattdessen zogen sie ihr ganz eigenes Ding durch. Sie kreierten eine freie Tauung mit Petticoat, ein bisschen Rock’n Roll und einer Karaokemaschine. Und statt klassischer Torte gab es mehrere Etagen süßer Donuts.

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Mel und John, Ihr habt an einem Dienstag geheiratet. Warum habt Ihr Euch für einen so ungewöhnlichen Tag entschieden? Würdet Ihr das wieder so machen?

Melli: Nachdem wir jetzt über ein Jahr mit der Planung verbracht haben, kann ich immer wieder nur betonten: einen Dienstag zu wählen, war die beste Idee EVER! Schon ein Jahr vor der geplanten Hochzeit haben wir von allen Seiten deutlich gesagt bekommen, dass die Samstage schon ausgebucht sind.

Wohlgemerkt die Samstage IN EINEM JAHR!!! Da wollten Leute von uns wissen, wie der Nachtisch aussehen soll und welche Band spielen wird! Dinge, an die ich frühestens 6 Monate vor der Hochzeit denken wollte. Das hat mich furchtbar unter Druck gesetzt und mich sehr schnell dazu gebracht, den entspannten Wochentag als Hochzeitstag zu präferieren. Viele haben gesagt: “Aber für einen Dienstag muss man sich extra freinehmen!?!” Worauf ich nur antworten kann. Wer sich zwar problemlos für seinen Zahnarzt oder für ein Konzert einen Tag freinimmt, aber nicht für unsere Hochzeit, der braucht sich nicht verpflichtet zu fühlen, uns zu begleiten!

Am Ende war alles viel ruhiger und stressfreier als es an einem Freitag oder Samstag hätte sein können. Also ja: ich würde es wieder so machen!

John: Vor allem muss man sagen, dass wir ja selbst gar nicht so weit voraus planen konnten, wie manche das von uns gefordert hätten. Wir haben Dinge kurz vor Schluss noch mal angepasst, rumgedreht und gewürfelt. Zumindest ich von meiner Seite arbeite eben so und bin es gewöhnt, so die besten Ergebnisse zu erzeugen. Mich hätte das furchtbar unglücklich gemacht, wenn ich mir gedacht hätte: „Das hätte ich eigentlich gerne anders, aber vor einem Jahr haben wir uns alle fest darauf geeinigt.“ Da wir aber bestimmte Entscheidungen sehr spät erst treffen mussten, konnten wir uns das Ganze so formen, wie es uns wirklich gefällt.

Ihr seid ja beides Grafiker und habt damit ein feines Auge für künstlerische Details. Worauf habt Ihr bei eurer Hochzeit besonders geachtet?

Melli: Kurz gesagt: Wir haben auf alles geachtet! Wir sind kleine Perfektionisten und das meiste haben wir in der Tat selbst gemacht. Das fing bei den Einladungen an und hörte bei der Dekoration auf. Uns war besonders wichtig, dass alles ein großes, stimmiges Bild ergibt. Dass die Farben beispielsweise aufeinander abgestimmt sind und die Musik im Hintergrund zu der Stimmung passt, die wir uns für unsere Feier wünschen. Wir haben den Gästen im Vorhinein auch einen Dresscode mitgeteilt, den eigentlich alle, so gut sie es eben konnten, eingehalten haben. Außerdem haben wir den Gästen mit der Einladung einen Ablaufplan zukommen lassen. Das war wichtig, damit jeder weiß, was auf ihn zukommt, wann es Essen gibt und was man von der Feier zu erwarten hat.

John: Mir war wichtig, dass wir uns von den üblichen Standards einer Hochzeit möglichst schnell lösen und uns zentral die Frage stellen, was uns eigentlich wirklich Spaß macht. Wir sind in uns gegangen und haben überlegt, wie für uns ein richtiges Fest aussieht. Irgendwie sind wir beide erfreulicherweise sehr einfach auf dasselbe Ergebnis gekommen, wir wollten ein Gartenfest im englisch/amerikanischem 40er Jahre Stil. Wir wollten keine Hochzeit, bei der sich Gäste nur mit sich selbst beschäftigen müssen. Manche können sich vielleicht ja nicht mal wirklich leiden. Stattdessen sollte jeder sich seine Ecke suchen können, Gartenspiele spielen, sich mit den kleinen Tischrätseln beschäftigen. So sollte im Gästebuch nicht nur schreiben, sondern sich auch mit Kleber, Schere und Buntstiften voll austoben und so weiter. Und das war bei vielen Aspekten der Gestaltung ein ausschlaggebender Faktor, denn schließlich sollte das alles ja auch ein stimmiges Gesamtbild geben.

Heiraten unter der Woche

Petrol war die Farbe eurer Hochzeit und wir erinnern uns, dass es nicht soooo einfach war, alles in Petrol zu bekommen, oder?

Melli: Oh ja! Wir haben eine petrol-freie Modesaison erwischt, scheint mir. Welcher Farbton es am Ende wird, wurde witzigerweise von meinem Petticoat bestimmt. Die gibt es nicht in so vielen Farben und ich musste quasi nehmen, was ich kriegen kann. Als der Ton dann fest stand, kaufte ich ein paar Meter passenden Stoff, aus dem ich nicht nur meinen Brautstrauß gebastelt habe, sondern auch zwei Paar Brautschuhe bezogen habe. Die Brautjungfernkleider konnten wir Gottseidank fertig in der richtigen Farbe bestellen, sonst hätte ich auch hier noch basteln müssen 😉

John: An der Stelle muss man mal auch erwähnen, dass ursprünglich ein ganzes Set an Farben bestimmt wurde. Die Petrol- und Lila-Töne haben auch wirklich toll zusammengepasst und anfangs gab es auch noch den Plan eine Trennung zwischen Jungs und Mädels zu machen. Der Petticoat hat das dann zerschlagen, schließlich hätte die Braut dann auch petrol getragen und was wäre dann die Lösung für dieses Problem gewesen…? Das die Jungs dann alle Lila tragen müssen? Naaaajaaa…So ganz verstanden hab ich das damals nicht. Schließlich durfte ich ja vom Braut-Dress nichts wissen. Ich hab mir dann gedacht: „Gut, wenn die Braut das unbedingt wünscht, dann gibt’s halt jetzt nur noch eine Hauptfarbe“. Jetzt kann ich die Entscheidung aber auch nachvollziehen.

Ihr wart im Botanikum in München, was fandet ihr toll an der Location? Wir erinnern uns da an viel Sonne und ein richtiges Spielefest…

Melli: Das Schöne am Botanikum war in meinen Augen die Freiheit. Wir hatten richtig viel Platz für Gartenspiele und die wundervolle Zeremonie unter Luftballonbögen. Die Sonne hat uns den ganzen Tag beehrt, uns aber dank dem Glasdach nicht verbrannt und auch bei Regen wären wir nicht im nassen gesessen. Freiheit heißt hier aber auch, dass wir eine nahezu freie Fläche bespielt haben: Also vom Caterer über die Deko bis zur Karaokemaschine mussten wir alles selbst organisieren, konnten aber eben auch Selbst bestimmen was wie aussehen und ablaufen soll.

John: Was mir so unglaublich daran gefallen hat war, dass es so weit Abseits von allen anderen Dingen war. Ich wollte nicht im Nebenzimmer eines sommerlich besetzten Restaurants sitzen, oder an irgendeinem Wanderweg, wo ständig Gaffer vorbei schauen. Ich wollte etwas, das so wirkt als hätte man es speziell für uns angelegt. So eine umfunktionierte Botanikanlage war irgendwie toll, vor allem weil viele der Dinge, die dort verbaut wurden auch etwas älter waren. Das gab dem Ganzen eine sehr spezielle Note. Und tatsächlich waren überhaupt keine Fremden zu sehen. Es war alles nur für uns da. Was allerdings sehr wichtig ist zu betonen: So ein Glashaus kann ganz schön warm und stickig sein. Da war ich am Anfang etwas skeptisch, aber die Häuser des Botanikums waren wirklich gut durchlüftet und lagen alle schön im Schatten. Es war wunderbar!

Abends habt Ihr Euch für eine Karaokeparty entschieden… Wie ist der Abend ausgegangen, war es noch ein rauschendes Fest?

Melli: Oh ja, rauschend ging das Fest auf jeden Fall zu Ende. Natürlich waren nicht alle Gäste – vor allem die älteren – für Karaoke offen, aber die hatten immer die Möglichkeit, etwas abseits zu lauschen und zu gucken. Die anderen haben sich – genau wie wir selbst – beim Singen richtig zum Affen gemacht. Es war herrlich und hat uns Tanzmuffeln den Hochzeitstanz würdig ersetzt.

John: Ganz toll war das für die Leute, die sich eher seltener sehen. Ich hatte die Möglichkeit mit meiner Schwester zu singen, die ja in Amerika lebt, oder einem früheren Arbeitskollegen, der jetzt wieder in Aachen wohnt und mit meinen alten Schulfreunden. Wir konnten mit der Aktion grölen, die Hemmungen die sich über die Zeit aufbauen schnell wieder los werden und gemeinsam einfach eine schöne, witzige und wilde Zeit verbringen. Meine Mutter hat sich dann auch noch irgendwann dazu hinreisen lassen ein wenig mitzusingen, das fand ich bei ihrem Alter auch echt toll.

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