Foto: Privat

DIY Hochzeit in einer Scheune! Jan und Swantje teilen ihre Erfahrungen

Einen Heiratsantrag auf über 3000 Meter Höhe machte Jan seiner Swantje. Im Sommer 2016 folgte ein großes Fest unter freiem Himmel – eben eine richtige “Freie Trauung”. Strauß & Fliege haben die beiden verraten, mit welchem Trick sie an das Verfassen ihres Eheversprechens herangegangen sind. Außerdem erfahrt Ihr, wie die Organisation einer DIY Hochzeit auch ohne großen Stress gelingt.

Foto: Privat

Jan, wir haben von Deinem Antrag gehört, hoch oben in den Pyrenäen. Kannst Du uns dahin nochmal mitnehmen?

Ich habe in unserem Sommerurlaub in den Pyrenäen Swantje den Antrag gemacht (Juli 2014). Ich dachte mir im Urlaub könnte der Zeitpunkt ganz gut sein, wollte diesen Moment aber auf mich zukommen lassen. Ich habe ihn also nicht groß vorbereitet. Wir haben an diesem Tag eine besondere Wanderung gemach, auf den Pico de Valibierna – unseren ersten gemeinsamen 3000er. Die Wanderung war schön, aber auch sehr anstrengend. Das lag daran, weil die Wanderwege sehr spärlich ausgeschildert waren. Also waren wir auf Navigation und Steinmännchen (gelegte Wanderfährten) angewiesen. Als wir auf dem Gipfel angekommen waren und sicher saßen, dachte ich: “Die will ich haben!” Weil ich mich nicht hinknien konnte, da wir eh schon auf dem Gipfelgrat  saßen, habe ich mich an Swantje geschmiegt und sie gefragt.

Jetzt ist Eure Hochzeit Mitte Juni 2016 schon ein paar Tage her, wie geht es Euch – schwelgt Ihr noch in Erinnerungen oder hat Euch der Alltag wieder?

Der Alltag hat uns zwar wieder, jedoch erinnern wir uns immer noch gerne an diesen besonderen Tag zurück. Allein, dass wir uns ausreichend Zeit (drei Tage) genommen haben, überhaupt bewusst die Geschenke und Karten auszupacken und zu lesen, war wichtig.

Ihr habt Euch für eine freie Trauung entschieden. Warum war Euch das wichtig?

Wir wollten beide eine Zeremonie, die unsere Beziehung zueinander in den Mittelpunkt stellt und in diesem Rahmen gestärkt wird  für den weiteren Weg. Dabei hören zu dürfen, wer man selbst ist (für den Anderen), was den jeweiligen Partner ausmacht, wie beide diese Beziehung gegenseitig bereichern war ein Wunsch und im Endeffekt unglaublich bereichernd für die eigene Person. Wichtig war uns auch eine natürliche Umgebung, da Natur ein Element ist, was uns auch im Alltag wieder zueinander finden lässt.

Musstet Ihr bei Euren Freunden bzw. Euren Familien erst noch erklären, was eine freie Zeremonie ist oder hatten diese gleich Verständnis für euer Anliegen?

Dadurch, dass uns die meisten Freunde und Familienmitglieder gut kennen und damit auch unsere, teilweise unterschiedlichen, Vorstellungen vom eigenen Glauben, nahmen die Entscheidung gelassen hin. Wir sind beide überzeugt, dass Glaube überall gelebt werden kann und darf, unabhängig von einem Ort. Teilweise haben wir nur berichtigt, dass „frei“ nicht zwingend unter freiem Himmel stattfinden muss.

Ihr habt in Eder am Holz geheiratet, eine Location im Osten von München, die es noch gar nicht so lange gibt. Hattet Ihr eine gute Zeit?

Die Vorbereitungszeit für unsere DIY Hochzeit war sehr ausreichend. Aber wir haben uns auch früh auf die Suche gemacht haben. Die Location, ein ausgebauter Dachboden eines ehemaligen Landwirtschaftsbetriebes, selbst hatten wir schon 1,5 Jahre vorher entdeckt. Daher konnten wir in Ruhe die nächsten Schritte entscheiden. Die Inhaber der „alten Tenne“ sind sehr erfahren, geben viele Tipps und Adressen und  angenehme Kontaktpersonen. Die Zusammenarbeit war toll. Die Tenne ist wirklich ein Platz für sich. Natürlich gibt es da die Location selbst. Aber auch das Ambiente drum herum ist wichtig.

Wenn man diese Location nimmt, dann muss man auch damit rechnen, viel selbst zu organisieren, oder? War auch das recht oder war es Arbeit, die Ihr in diesem Umfang unterschätzt habt?

Ja, es war viel zu organisieren. Aber das war uns von Anfang an bewusst. Deswegen haben wir auch sehr früh damit begonnen haben. Bei einer solchen Location muss man beachten, dass man objektiv „nur“ einen besonderen Ort  mietet, an den  man eben seine Bestandteile „reinpuzzelt“ und beständig dazubucht, was eine gute Kalkulation mit einschließt. Dennoch konnten wir hier auf die Erfahrung der Veranstalter zurückgreifen. Wir mussten uns aber auch lernen, uns treu zu bleiben in unseren eigenen Vorstellungen zu unserer Hochzeit. Wir haben beispielsweise einen Mix aus Dienstleistern gemacht, die uns von den Veranstaltern empfohlen worden sind. Wir haben aber auch welche genommen, die wir uns aufgrund des Preis-Leistung-Verhältnis selbst rausgesucht haben.

Wohl gefühlt und geholfen haben wir uns beide in der Organisation mit der Aufteilung bestimmter Aufgabenbereiche. Dann haben wir uns in regelmäßigen Abständen upgedatet, wo der andere gerade in der Organisation steht. Das Überlassen eines Bereiches an den Anderen ist übrigens auch eine gute Übung im Vertrauen. Positiver Nebeneffekt bei einer gemeinsamen Planung: Die Gestaltung der Hochzeit bekommt nicht zwingend einen „weiblichen“ Touch. Jan hat mich während der Planung immer wieder ermutigt, auch unseren Freunden Aufgaben an die Hand zu geben und diese somit als Ressourcen zu nutzen (Fotograf, Kuchen backen, Aufbau usw. ). Damit haben wir uns auch wieder Kosten und Nerven gespart.

Zum Schluss – Mut zur Lücke: Manchmal übt die lange To-Do Liste einen auch in Geduld und man muss gewisse Aufgaben auch auf sich zukommen lassen. Manchmal ist die Zeit einfach noch nicht reif , dieses zu planen oder jenes umzusetzen (z.B. Blumen). Wer auf Sicherheit gehen möchte, kann sich so etwas auch schriftlich bestätigt geben lassen.

Swantje und Jan, wir erinnern uns, dass Ihr mit dem Eheverspechen ein bisschen zu kämpfen hattet, weil Ihr nicht so genau wusstest, wie Ihr die Worte aufs Papier bekommt. Was hat Euch am Ende geholfen, Eure Reden so schön zu machen? Was habt Ihr für Empfehlungen an Paare, die jetzt genau vor diesem Schritt stehen?

Weil es ja so viele Kleinigkeiten sind, die den anderen ausmachen, hat jeder von uns ein kleines Brainstorming über den anderen gemacht. Also zunächst einzelne Begriffe und Charakterzüge aufgeschrieben, die den anderen ausmachen. Den Tipp hat Jan entwickelt. Dann hat sich jeder auf seine Art an das Versprechen gemacht, was es am Ende dann auch so besonders prägend für den Anderen gemacht  hat. Wenn wir unsere Eheversprechen uns gegenseitig vorlesen, fällt auf, dass sie natürlich unterschiedlich geschrieben sind. Dennoch hat sich anscheinend jeder von uns beim Versprechen hinterfragt: „Was kann ich dafür tun und auch wirklich einhalten, dass ein bestimmter Charakterzug des Anderen, den man am anderen so sehr liebt,  bleibt. Auch im Alltag. Das war ein guter Trick zum Entwickeln des eigenen Versprechens.

Ähnliche Beiträge