Foto: Daniel Schröder

Hochzeit am Chiemsee

Kurz vor der Hochzeit haben Laura und Vincent erfahren, dass sie ein zweites Kind erwarten. Laura hat Strauß & Fliege erzählt, mit welchen kleinen Tricks sie ihren Hochzeitstag trotzdem von Anfang bis Ende in vollen Zügen genießen konnte. Sie berichtet wie eine Outdoor-Hochzeit an kalten Tagen gelingt. Außerdem gibt sie gute Gründe, warum das Eheversprechen ein wichtiger Teil der freien Zeremonie ist.

Hochzeit Chiemsee

Laura, Du hast während der Hochzeitsplanung erfahren, dass Du schwanger bist. Hat das für Dich etwas an dem Fest oder dem Tag geändert? Hast Du einen Tipp für andere schwangere Paare?

Oh ja, das hat im ersten Moment einfach alles verändert! Man muss aber dazu sagen, dass das bei uns ja eine sehr spezielle Situation war/ist, weil unsere beiden Söhne so dicht aufeinander folgen (13 Monate Unterschied). Wir hatten eigentlich nicht geplant, so schnell ein 2. Kind zu bekommen. Außerdem haben wir ja erst knapp zwei Monate vor der Hochzeit von der zweiten Schwangerschaft erfahren. Da war ich schon im 3. Monat. Also alles total überraschend und auch überrumpelnd. Für mich hatte es v.a. Auswirkungen auf mein Outfit, da ich mein Kleid schon längst gekauft hatte. Das musste nun komplett geändert und auf den Babybauch umgeschneidert werden. Zudem war ich schon etwas traurig darüber, komplett auf Alkohol verzichten zu müssen. Letztendlich hat die Schwangerschaft unser wunder-, wunderschönes Fest in keinster Weise negativ beeinflusst. Wir haben trotzdem bis in die Morgenstunden gefeiert, und ich habe mich auch in meinem Kleid super wohl gefühlt. Alle Sorgen, die man sich so im Vorfeld gemacht hat, waren quasi “umsonst”.
Mein Tipp für andere schwangere Hochzeitspaare wäre, sich an dem Tag selbst auch mal ein paar kleine Ruhepausen freizuhalten bzw. bewusst zu gönnen! Es kommt natürlich auf den Umfang des Festes an. Aber wir hatten z.B. ein richtig volles Programm von früh morgens mit Standesamt, freier Trauung, Sektempfang, 4-Gänge-Menü und langer Party. Wir waren ewig auf den Beinen – sich zwischendurch einfach mal kurz zurückziehen und als werdende Mama die Beine hochlegen und viel trinken, ist Gold wert! Und unbedingt in bequeme Schuhe investieren, die trotzdem dem Anlass gebührend sind! Nach langem Suchen bin ich auf die Wedding Schuhe von Rachel Simpson aus UK gekommen und kann sie wärmstens empfehlen!

Ihr hattet ein wenig hin und her überlegt: Eheversprechen ja oder nein? Wieso habt Ihr Euch am Ende dafür entschieden und wie denkt Ihr heute darüber?

Das Eheversprechen war von Anfang eher mein Wunsch und mein Mann stand dem recht skeptisch gegenüber. Die Vorstellung, vor knapp 100 Leuten recht intime Worte auszusprechen, behagte ihm nicht. Letztendlich konnte ich ihn aber davon überzeugen, dass dieses Element der ganzen Trauung eine entscheidende, persönliche Note verleiht. Mein Mann hat sich mir zu Liebe dafür entschieden und im Nachhinein fanden wir beide die Entscheidung goldrichtig. Vor allem,  weil es sich so gut angefühlt hat, diese wunderschönen Worte vom Partner zu hören. Unsere Gäste waren gerade von den Eheversprechen besonders gerührt.

Ihr habt im Oktober am Chiemsee eine wunderschöne Herbsthochzeit gefeiert. Gibt es Tipps für Hochzeiten draußen, die nicht im Hochsommer stattfinden?

So lange es nicht regnet und die Location das entsprechende Outdoor-Ambiente bietet, würde ich jedem Paar empfehlen, die freie Trauung unbedingt draußen abzuhalten! Die Stimmung ist einfach viel schöner und intensiver im Freien. Die ganze Zeremonie wirkt dann viel besser auf alle Beteiligten und auch die Fotos sind von der Belichtung her schöner als drinnen. Ich würde auf jeden Fall ausreichend Decken bereit halten und für hübsche Outdoor-Deko (Blumen, Beleuchtung!) sowie gute akustische Bedingungen sorgen. Je nach Datum auch unbedingt die Zeitumstellung bzw. den Sonnenuntergang für das Timing berücksichtigen. Sonst herrscht am Ende während der Trauung die Dunkelheit!

Eure Familien waren am Anfang nicht ganz davon überzeugt, dass Ihr einen freien Redner gewählt habt. Warum? – und wie habt Ihr dennoch entschieden, dass ein freier Redner genau das richtige für Euch beide ist?

Unsere Eltern kannten schlichtweg zuvor keine freien Trauungen und konnten sich darunter nicht wirklich etwas vorstellen. In ihrer Generation gab es nur Standesamt und kirchliche Trauungen, die außerdem wenige bzw. gar keine persönlichen und emotionalen Elemente enthielten, sodass sie eher negativ darauf reagierten, nachdem sie hörten, dass wir einen freien Redner engagieren. Nach dem Motto: Was hat das für einen Sinn? Warum muss dafür auch noch Geld ausgegeben werden? Für uns stand die Entscheidung aber unabhängig von ihrem Urteil eh schon fest, da sich die Zeiten eben geändert haben und wir bereits auf anderen Hochzeiten mit freien Zeremonien waren, wodurch wir festgestellt haben, dass dies ein sehr schönes Element für eine Hochzeit ist. Im Nachhinein waren dann auch unsere Eltern super positiv überrascht von der freien Trauung und haben uns zugestimmt, dass es genau die richtige Entscheidung war.

Letzte Frage: Band oder DJ?

Für uns lag der Fokus auf Eletronic Dance Music (EDM), die nur ein DJ liefern konnte. Außerdem hatten wir ja während der Zeremonie Gesang und Gitarre von Basti Mayr, sodass es über den Tag verteilt die perfekte Mischung zwischen Livemusik und abgespielter Musik war. Ganz ohne Livemusik hätten wir es aber auf keinen Fall gewollt. Wenn vom Budget her beides drin ist, ist das natürlich perfekt.

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