Foto: Privat

Low Budget Hochzeit im eigenen Hinterhof

Paul und Kathi wollten eine kleine aber sehr feine Hochzeit, ganz in ihrem persönlichen Vintage-Stil feiern. Da ihnen das nötige Kleingeld für eine Location fehlte, verlagerten sie ihr Fest einfach in den eigenen Hinterhof. Mit vielen kreativen DIY Ideen haben sie es geschafft, eine wunderbare Atmosphäre zu zaubern. Lest selbst, wie auch eure Hochzeit für wenig Geld ein absoluter Knaller werden kann! Kathi hat Strauß & Fliege einige Geheimnisse verraten.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen in Eurem Hinterhof zu feiern – und was haben die Nachbarn dazu gesagt?

Wir wollten im ganz kleinen Kreis heiraten, vor allem wegen meiner Schwangerschaft sollte es nicht anstrengend oder hektisch werden. Zudem fehlte uns auch das nötige Kleingeld für eine Riesensause, deswegen haben wir uns unsere ganz persönliche Low-Budget-Hochzeit ausgedacht. Und was kann kostengünstiger sein, als den eigenen Hinterhof zur Hochzeitslocation umzufunktionieren?

Unsere Nachbarn hat die Feier im Hof nicht gestört. Diverse WG-Parties haben sie schon unaufgeregt hingenommen.

Trotzdem haben wir sie natürlich mit einem Zettel am schwarzen Brett informiert und ihnen zum Dank nach der Feier unsere selbstgemachte Blumendeko vor die Haustür gestellt. Einige Nachbarn kamen dann sogar während der Feier im Hof vorbei und überbrachten uns neben kleinen Aufmerksamkeiten auch noch ihre guten Wünsche!

Was konntet Ihr alles selbst machen und was musstet Ihr delegieren bzw doch einkaufen?

Eigentlich haben wir nahezu alles selbstgemacht. Die Einladungen haben wir zuhause am Laptop entworfen und auf schönes Papier gedruckt. Stilvorbild waren hier traditionelle Hochzeitsbekanntmachungen aus den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts.

Die Tischdeko war schnell umgesetzt, machte aber viel her. Auf die ausgeliehenen Biergarnituren legten wir weiße Tischdecken (ausgeliehen von Omas und Tanten). Gedeckt wurde mit unterschiedlichen Kaffeeservices (ebenfalls ausgeliehen von Omas und Tanten). Gerade dieser Mangel an Einheitlichkeit versprühte einen ganz besonderen Charme und die alten Gedecke verliehen dem Kaffeetisch richtigen Vintage-Flair!

Für die Blumendeko plünderte meine Mutter ihren Garten und brachte uns schönste Sträuße mit Flieder, Hortensien, Lavendel und Röschen mit. Um nicht extra Vasen kaufen zu müssen, sammelte ich über Wochen Einmachgläser. Diese habe gewaschen und mit Bast und Tafelklebebilder verziert, um darauf mit Kreide unsere Initialen zu schreiben.

Auch die Etageren für den Kuchen haben wir gedacht. Dazu haben wir einfach große Teller mit doppelseitigem Klebeband auf dicke Kerzenständer geklebt. Voilà, schon hat man einen stylischen ‘Präsentierteller‘ für den Kuchen.

Stichwort ‘Delegieren‘. Da an unserer Familie und Freunden einige Konditoren verloren gegangen sind, hatten wir diese gebeten, Kuchen mitzubringen. Für Getränke haben wir selbst gesorgt. Meine Schwester hat für die Deko im Innenhof pastellfarbige Wimpelketten genäht. Diese haben wir dann quer durch den Innenhof gehängt. Unser Gefährt zur Hochzeit, ein alter Mercedes, der liebevoll mit Blumen aus dem Garten geschmückt war, war ebenfalls der superguten Organisation meiner Trauzeugin zu verdanken.

Die Torte sieht ja toll aus – auch DIY?

Ja, das war eine Überraschung meiner Schwester. Sie hat sich ein wenig auf Pinterest inspirieren lassen und dann zum ersten Mal in ihrem Leben extra für uns eine dreistöckige Wahnsinnstorte gebacken. Der Hammer, oder? Sie hat kleine Holzfiguren, die meinen Mann und mich darstellen sollen, bemalt und unter eine Mini-Girlande gestellt. So etwas Persönliches hätte man niemals kaufen können!

Wie viel Zeit sollte man einplanen, wenn man sich vornimmt, so viel wie möglich selbst zu machen?

Wenn man weiß, wohin die Reise gehen soll, also welchen Stil man verfolgen möchte, genügen eigentlich ein bis zwei Monate.

Habt Ihr einen ultimativen DIY Tipp für andere Low Budget Hochzeiten?

Mmmh, man sollte auf jeden Fall Spaß am kreativen Arbeiten und Dekorieren haben. <Und wissen, was man am Ende haben möchte. Ich glaube´außerdem, man sollte sich selbst von dem Gedanken befreien, alles perfekt machen zu wollen. Denn sonst kann eine DIY-Hochzeit einen ganz schön vereinnahmen. Man muss schließlich selbst an so vieles denken und vergisst vielleicht, worum es an diesem speziellen Tag eigentlich geht: Das gegenseitige Eheversprechen. Und mal ganz unter uns: Genau dieses ‘Nicht-Perfekte‘ macht eine solche Feier erst charmant und ganz besonders!

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