Foto: Ina Wobke

Interkulturelle Hochzeit am Starnberger See

Lisa kommt aus Deutschland, Lams Familie stammt aus Vietnam. Schnell fiel da die Entscheidung für eine Freie Trauung. Doch statt einen Redner zu engagieren, fragte das Paar zwei gute Freunde, die Zeremonie zu übernehmen. So ließen sich am Starnberger See in der Nähe von München auch vietnamesische Elemente einbinden.

Lest selbst, was Lisa dem Redner Johann über die Vorbereitungen und ihre interkulturelle Hochzeit verraten hat.

Interkulturelle Hochzeit
Foto: Ina Wobke

Ihr habt Euch für eine Freie Trauung entschieden – wie kam es dazu und welche Vorteile waren Euch wichtig?

Lam und ich sind beide nicht mit der Kirche verbunden und uns war klar, dass wir in der Kirche nicht heiraten möchten. Aber nur standesamtlich zu heiraten, war uns auch zu nüchtern. So sind wir auf die Idee einer Freien Trauung gekommen. Wir wollten gerne eine festliche Zeremonie, die wir nach unseren Vorstellungen gestalten können. Es ging uns darum, unsere Liebe an dem Tag in den Mittelpunkt zu stellen, ohne Vorgaben irgendeiner Institution.

Zwei Eurer besten Freunde haben durch die Zeremonie geführt. Wie war es, mit Freunden zu “arbeiten” und was waren Eure Gründe, an dieser Stelle Freunde um Unterstützung zu bitten?

Ich habe anfangs recherchiert und festgestellt, dass es sowohl Freie Theologen als auch Freie Redner für Hochzeiten gibt. Uns war das etwas zu unpersönlich, wieder zu nah an dem Gedanken eines Pfarrers. Da haben wir überlegt, wer das sonst machen könnte und sind auf Lams Trauzeugen und meine Brautjungfer, die Lams Cousine ist, gekommen. Wir haben sie gefragt und ihnen gesagt, dass wir es auch verstehen, wenn sie es ablehnen. Aber beide haben sich voll gefreut und zugesagt.

Letztlich lag die Ausgestaltung der Zeremonie zu einem großen Teil aber in unseren Händen – da sind wir beide eher die Macher ;). Die Koordination mit den Beiden lief sehr rund. Die Beiden haben für den roten Faden bei der Trauung gesorgt und das auf eine sehr liebevolle und humorvolle Art und Weise.

Es fühlte sich für uns sehr richtig an, die beiden als „Zeremonienleiter“ zu haben. Ich denke, es ist eine ganz individuelle Entscheidung, ob man einen externen Redner fragt oder Freunde/Familie. Bei uns hat das deswegen auch so gut gepasst, weil die Beiden gerne vor einer großen Gruppe sprechen und das nicht als immense Herausforderung sahen (obwohl sie an dem Tag selbst natürlich sehr nervös waren). Das ist meiner Meinung nach unglaublich wichtig. Also niemanden überfordern und auch akzeptieren, wenn die ausgewählten Freunde mit der Aufgabe überfordert wären.

Für mich persönlich war es einfach unglaublich schön, in einem so intimen Moment zwei Personen dabei zu haben, die uns beiden sehr nahe stehen.

Lam hat einen vietnamesischen Background – wie habt ihr die Zweispachigkeit während der Feier gelöst, ohne dass alles doppelt so lange gedauert hat?

Das Gute war, dass alle Gäste auch Deutsch sprechen, das heißt. wir haben die vietnamesische Übersetzung vor allem aus symbolischen Gründen gebracht. Das war aber sehr schön, denn es gehört ja zu Lam und zu seiner Familie. Lams Cousine, die eine unseren beiden Rednerinnen war, hat den vietnamesischen Teil übernommen, aber dabei nicht alles übersetzt, sondern eher zusammenfassend gesprochen. Bei den Wünschen haben uns die Glückwünschenden aus Lams Familie ihre Wünsche auf Deutsch und Vietnamesisch vermittelt. Meine Familie nur auf Deutsch. Klar, dann dauert es etwas länger und manches verstehen dann nicht alle, aber dadurch dass der vietnamesische Teil eine Zusammenfassung war, hielt sich das in Grenzen und es hätte etwas gefehlt, wenn die Freie Trauung nur auf Deutsch gewesen wäre.

Habt Ihr einen Tipp für andere interkulturelle Hochzeiten?

Cool bleiben. Es gibt bei Hochzeiten viele, zum Teil sehr unterschiedliche Vorstellungen, die von allen möglichen Seiten an einen herangebracht werden. Das ist bei jeder Hochzeit so, aber ich glaube, in einem interkulturellen Kontext ist es noch stärker. Da ist es wichtig, dass man als Paar bei sich bleibt und gleichzeitig einen Weg findet, verschiedene kulturelle Bräuche mit einzubauen. Und authentisch sein. Noch eine kurze Story, wie wir asiatische Elemente in unsere Feier einfließen haben lassen: die Einladungskarten hat uns Lams Cousine aus Vietnam bei einem Besuch mitgebracht. Wenn man die Karten aufgeklappt hat, ist einem ein wunderschöner bunter Origami Baum entgegen gekommen. Auf der Hochzeit selbst – das sieht man auch auf den Bildern, haben wir dann Origami Vögel-Girlanden gebastelt und diese aufgehängt. Das waren Kleinigkeiten, die uns wichtig aber waren. Ich glaube, wenn man als Paar das umsetzt, was einen glücklich macht, dann sind auch die Gäste glücklich und es wird eine tolle Feier.

Musikalisch wurde die ganze Hochzeit von Basti Mayr begleitet! Wollt auch ihr eure Freunde in eure Zeremonie einbinden? Ob Redner-Coaching, das Verfassen der Rede oder die Planung der Trauung – Unser Hochzeitsredner Johann-Jakob Wulf unterstützt euch gerne dabei. Meldet euch, wenn ihr darüber mehr erfahren wollt!
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