Freie Trauung am Wasser in Hamburg: Kjel Fiedler über Weite, Heimat und norddeutsche Klarheit

Kjel Fiedler lebt heute in Berlin, doch Hamburg ist bis heute seine zweite Stadt. Fünf Jahre hat er hier gelebt, Tanz, Gesang und Schauspiel studiert und die sehr unterschiedlichen Viertel der Stadt kennengelernt. Auch als Trauredner kehrt er regelmäßig nach Hamburg und in den Norden zurück.

Im Interview erzählt Kjel, warum Wasser für ihn ein Gefühl von Zuhause auslöst, was er an norddeutscher Klarheit schätzt und weshalb eine Freie Trauung weder ein Schloss noch einen festen Ablauf braucht, um besonders zu sein.

Kjel, was verbindet dich bis heute so stark mit Hamburg und dem Norden?

Hamburg war meine erste Großstadt. Ehrlich gesagt hatte ich am Anfang durchaus meine Schwierigkeiten mit der Stadt. Die Energie war anders, etwas kühler, die Menschen zurückhaltender – und selbst mein Humor funktionierte plötzlich nicht mehr so wie vorher.

Dann war da noch der Hamburger Winter. Ich kannte Winter kalt und trocken. Hamburger Winter bedeutete etwas ganz anderes: ein oder zwei Grad und Nieselregen. Die ganze Zeit. Jeden Tag wieder. Mit dieser Feuchtigkeit, die durch die Kleidung zieht, egal, was man anzieht. Daran habe ich mich nie wirklich gewöhnt.

Trotzdem war Hamburg fünf Jahre lang mein Zuhause. Ich wohnte in Eppendorf und weiß bis heute nicht genau, warum eigentlich. Es ist wirklich schön, aber fast alles, was für mich damals wichtig war, lag woanders: die Stage School, St. Georg, das Karolinenviertel, die Schanze und die Reeperbahn.

Wenn ich heute in Hamburg bin, muss ich wenigstens an einen dieser Orte. In St. Georg waren wir damals viel, weil dort viele meiner Kommilitonen lebten. Und ich muss auf die Reeperbahn. Selbst wenn ich nur tagsüber in der Stadt bin, fahre ich wenigstens einmal hinüber. Damals waren wir ständig im Schmidt Theater, im Schmidts Tivoli oder auf den kleinen Bühnen rundherum. Irgendwo arbeiteten immer Kommilitonen, und so kam man hier und da in eine Vorstellung.

Berlin ist mir vom Charakter her näher. Der Ton ist rauer und der Humor auch. Aber Hamburg ist ganz klar meine Nummer zwei. Es gibt keine Stadt auf der Welt, in der ich nach Berlin häufiger bin. Ich liebe die unterschiedlichen Kieze, den Hafen, die Alster, den Dom, die Theater und die Musicals.

Die Viertel liegen dicht beieinander und trotzdem merkt man schnell: Jetzt bin ich schon wieder woanders. Ein paar Straßen weiter fühlt sich die Stadt plötzlich anders an. Das mag ich sehr. Wahrscheinlich komme ich wegen all dem immer wieder. Vielleicht aber auch wegen der Franzbrötchen, die es nirgends auf der Welt besser gibt.

Du bist in Frankfurt (Oder) ebenfalls an einem Fluss aufgewachsen. Warum bedeutet Wasser für dich Heimat?

Wasser macht sofort etwas mit mir. Es nimmt etwas weg – Schwere vielleicht oder etwas Dunkles. Wie auch immer man es nennen möchte: Ich bin einfach zufrieden, wenn ich Wasser sehe. Das war immer so und ist bis heute so geblieben.

Meine Oma wohnte im neunten Stock eines Hochhauses in Frankfurt (Oder). Von dort konnte man die Oder und ein Stück ihres Verlaufs sehen. Ich habe oft am Fenster gesessen, auf den Fluss geschaut und den Schiffen nachgesehen.

Noch stärker geprägt hat mich wahrscheinlich der Helenesee, ein ehemaliger Braunkohletagebau, der später geflutet wurde. Dort waren wir von April bis Oktober Dauercamper. Als Kinder haben wir morgens gefrühstückt und dann waren wir weg. Wenn meine Mutter gewusst hätte, dass wir damals regelmäßig längs und quer über den ganzen See geschwommen sind, wäre sie vermutlich durchgedreht.

Bis heute würde ich nicht auf die Idee kommen, an einem Ort ohne Wasser Urlaub zu machen. Berge sind schön – aber gibt es da einen See? Wenn nicht, müsste man mir schon sehr gute Argumente liefern. Frag mich dagegen, ob wir an einen See, einen Fluss oder ans Meer fahren: klar. Immer. Und wenn man dort schwimmen kann, sowieso.

Denn Schwimmen ist doch irgendwie wie Fliegen, oder? Das Beste.

Welche Rolle spielt dieses Heimatgefühl bei einer Freien Trauung am Wasser?

Wasser verändert eine Stimmung. An der Elbe, an einem See oder an der Küste entsteht oft ganz von selbst eine andere Ruhe. Der Blick wird weiter, die Umgebung nimmt etwas von der Schwere und der Moment bekommt Raum.

Das bedeutet nicht, dass eine Trauung am Wasser immer still oder zurückhaltend sein muss. Sie kann genauso lebendig, humorvoll und überraschend sein. Aber die Umgebung trägt etwas bei, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Vielleicht berühren mich solche Orte deshalb so sehr: Ich kenne dieses Gefühl von Weite und Zuhause aus meinem eigenen Leben.

Eine konkrete Trauung mit Kjel am Wasser zeigt die Referenz von Miriam und Sascha im Zollenspieker Fährhaus.

Freie Trauung im Zollenspieker Fährhaus in Hamburg | Trauredner Kjel Fiedler | Strauß & Fliege
Foto: Maren Pokroppa

Was unterscheidet eine Hochzeit in Hamburg oder Norddeutschland von einer Trauung in Berlin?

Vielleicht weniger, als man zunächst denkt. Bei den Trauungen selbst eigentlich gar nicht. Bei den Menschen möglicherweise schon. Ich glaube nicht, dass man eine „Hamburger Trauung“ anders gestalten muss als eine „Berliner Trauung“. Am Ende sitzen da Menschen und keine Regionen.

Aber die Städte haben natürlich einen anderen Charakter. Berlin ist etwas rauer und direkter. Dieser Ton liegt mir von Natur aus wahrscheinlich näher.

Was ich am Norden sehr mag, ist das Schnörkellose. Kein großes Gerede, sondern klare Aussagen. Gleichzeitig gibt es diese ganz schlichte Höflichkeit im Umgang miteinander. Ich erlebe Menschen in Hamburg, Bremen und auf dem Land häufig als weltoffen und tolerant. Vielleicht macht es etwas mit einer Region, wenn seit Jahrhunderten Menschen aus aller Welt in ihren Häfen ankommen.

Ich mag auch dieses norddeutsche Verhältnis zu Freundschaft. Früher hat mich der Satz genervt, dass es dort vielleicht länger dauert, bis man jemanden wirklich hat, dafür dann aber für immer. Ein paar Jahrzehnte später muss ich zugeben: Sie hatten recht.

Ich habe noch immer Freunde aus meiner Hamburger Zeit. Man sieht sich teilweise nicht besonders häufig. Aber wenn man sich wieder trifft, ist es wie immer. Das schätze ich heute sehr.

Wie entstehen auch mit zurückhaltenden Menschen persönliche und emotionale Trauungen?

Norddeutsche Zurückhaltung erlebt man vielleicht im täglichen Miteinander, besonders wenn man etwas anderes gewohnt ist. Wenn ich mit meinen Paaren zusammensitze, ist das aber eine ganz andere Situation.

Ich nehme mir für diese Gespräche viel Zeit und führe sie ganz bewusst nicht am Bildschirm. Wenn wir uns gemütlich gegenübersitzen, stelle ich immer dieselbe Frage: Wie hat es angefangen?

Man erzählt sich seine eigene Geschichte fast nie. Wann setzt man sich schon einmal hin und geht gemeinsam Schritt für Schritt zurück an den Anfang? Wie war das damals? Was hast du gedacht? Was ist dann passiert? Wie wurde daraus mehr – und wann genau?

Aus einer Antwort ergibt sich die nächste Frage, und meistens sind wir dann schon mittendrin. Die Paare erzählen mir, was sie erzählen möchten. Am Ende habe ich einen Eindruck davon, wer vor mir sitzt, was beide miteinander verbindet und wie alles angefangen hat.

Jede Liebesgeschichte ist persönlich und emotional. Sie hat humorvolle und liebevolle Momente. Wenn zwei Menschen sich verlieben und ein Paar werden, wird eine Menge in Bewegung gebracht: Ängste, Träume, Erwartungen und Herausforderungen. Beide gehen damit auf ihre eigene Weise um.

Das ist das Leben. Genau deshalb steckt in diesen Geschichten bereits alles, was eine persönliche, emotionale und humorvolle Trauung braucht.

Trauredner Kjel Fiedler bei einer Freien Trauung am Wasser in Hamburg
Foto: Maren Pokroppa

Welche Orte und Stimmungen des Nordens inspirieren dich besonders?

Während ich darüber nachdenke, fällt mir etwas auf: Der Norden hat so viel Himmel.

Vielleicht ist es das, was ich an vielen Orten dort oben so mag – diese Weite. Und natürlich das Wasser. Ich habe viele Trauungen im Norden direkt am Wasser oder in Sichtweite gestaltet: auf einem fahrenden Schiff, auf einem Schiff am Kai, in einer Strandbar am Hafen oder barfuß am Ostseestrand. Dazu kamen ein Gut direkt am Deich und ein Garten nahe der Ostsee.

Gerade war ich in Schleswig und dachte wieder: Was für eine tolle Gegend. Auch Ostfriesland ist wunderschön, mit wirklich angenehmen Menschen. Nur die Ostfriesen aus den alten Kinderwitzen habe ich dort bis heute nicht getroffen.

Hamburg, Bremen und der ganze Norden bieten unglaublich viele Möglichkeiten: ein Rooftop mitten in der Stadt, ein Platz direkt am Hafen oder eine Wiese unter Apfelbäumen auf dem Land.

Wenn ihr euch von diesen Möglichkeiten inspirieren lassen möchtet, findet ihr weitere Informationen auf unseren Seiten zur Freien Trauung in Hamburg, zur Freien Trauung in Schleswig-Holstein und zur Freien Trauung an der Nordseeküste und auf den Inseln.

Was rätst du Paaren, die noch nach der richtigen Form ihrer Trauung suchen?

Macht, was ihr wollt. Wirklich. Deswegen heißt es doch Freie Trauung.

Ich habe inzwischen sehr unterschiedliche Trauungen gestaltet: mit Einzug und ohne, mit Paaren, die einzeln oder gemeinsam eingezogen sind, die einander gegenübersaßen oder mit Blick zu ihren Gästen. Ich habe Menschen in einem Schloss getraut, in einem Garten, auf einem Steg, auf einem Feld und zu viert in einer Ruine mitten im Wald.

Nur von Strohballen als Sitzgelegenheit würde ich inzwischen vielleicht abraten. Die können nämlich aufgehen. Bei einer meiner Trauungen saß der Brautvater während des Eheversprechens plötzlich nicht mehr auf seinem Ballen, sondern mitten in einem Haufen Stroh.

Ansonsten gilt: Macht, was ihr wollt. Ich bin dabei und finde, wenn ihr möchtet, gemeinsam mit euch eine Form, die zu euch passt. Und wenn es mitten im Nirgendwo keine Steckdose gibt, bekommen wir auch das hin.

Weil ich in der Trauung eure Geschichte erzähle und nicht irgendetwas, wird es ohnehin eure Zeremonie – egal wo und egal wie.

Bei der Wahl des Ortes merkt man meist ziemlich schnell, ob man sich wohlfühlt. Man spürt, ob Menschen eine Location mit Überzeugung betreiben, und ich finde, man sieht einem Ort an, ob Liebe darin steckt.

Dann muss man sich nur noch ehrlich fragen, was man selbst eigentlich möchte. Braucht es wirklich das Schloss? Oder fühlt sich der Strand mit ein paar Decken und einem großartigen Picknickkorb viel mehr nach einem selbst an?

Einen praktischen Rat habe ich für den Norden inzwischen auch: Schaut nach Schatten. Früher hätte man wahrscheinlich zuerst nach einer Regenalternative gefragt. Heute würde ich mindestens genauso dringend klären, wo eure Gäste sitzen, wenn es heiß wird.

Ansonsten: Hinfahren, anschauen und darauf achten, wie ihr euch dort fühlt. Ich glaube, dann wisst ihr es.

Kjel als Trauredner für Hamburg und Norddeutschland kennenlernen

Ob mitten in Hamburg, am Hafen, auf einem Gutshof oder an der Küste: Für Kjel beginnt eine Freie Trauung nicht mit einem fertigen Ablauf, sondern mit eurer Geschichte. Ort und Form dürfen so individuell sein wie ihr selbst.

Auf seinem Profil als Trauredner für Hamburg und Norddeutschland findet ihr weitere Informationen und Eindrücke von seiner Arbeit.

Schreibt uns gern über die Kontaktseite oder das Formular gleich hier unten, wenn ihr wissen möchtet, ob Kjel an eurem Hochzeitstag verfügbar ist und zu euch passen könnte.


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