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Bodenständige Abenteurerin: Wie Janine Haberl Reisen, Heimat und bilinguale Trauungen verbindet

Florida, Neuseeland, China, Italien und die USA: Janine Haberl hat an sehr unterschiedlichen Orten gelebt, gelernt und gearbeitet. Gleichzeitig ist ihr Heimat wichtig – nicht als Gegenentwurf zum Abenteuer, sondern als sicherer Ausgangspunkt für neue Erfahrungen.

Heute begleitet Janine als Freie Traurednerin Paare in München, Bayern und darüber hinaus. Im Interview erzählt sie, was sie aus ihren Auslandsjahren über Menschen und Beziehungen gelernt hat, warum Partnerschaft für sie ein bewegliches Teamgefüge ist und wie sie bilinguale Trauungen gestaltet, ohne eine Rede einfach Satz für Satz zu übersetzen.

Traurednerin Janine hält Traurede im Grünen

Janine verbindet sorgfältige Vorbereitung mit Raum für echte Momente. Foto: Rebekka Seitzer

Janine, was haben dich die unterschiedlichen Orte über Menschen, Beziehungen und kulturelle Unterschiede gelehrt?

Ich finde es unglaublich spannend, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. Jede Art zu leben hat ihren Sinn und ihre Berechtigung – innerhalb der geltenden Gesetze natürlich. Und egal, wo auf der Welt ich war: Liebe ist für mich immer die Basis von allem geblieben.

Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, Menschen wirklich offen zu begegnen. Man sollte sich nicht von Äußerlichkeiten oder einem ersten oberflächlichen Eindruck leiten lassen. Verhalten hat meistens einen Grund. Wenn ich diesen Grund verstehen möchte, entsteht ein viel vollständigeres Bild von einem Menschen.

Die Zeit im Ausland hat definitiv dazu beigetragen, dass ich heute offener denke als noch als Teenager. Ich höre mir gern Geschichten und andere Sichtweisen an. Mit einer Freundin aus meiner Zeit in Boston bin ich zum Beispiel noch immer in engem Austausch. Sie ist Jüdin, ernährt sich koscher und hält den Sabbat ein. Bis heute stoße ich auf Alltagsfragen dazu, wie etwas in ihrer Kultur gehandhabt wird – und sie erklärt es mir immer noch geduldig. Genau diese Gespräche finde ich faszinierend.

Du bezeichnest dich als „bodenständige Abenteurerin“. Was bedeutet das für dich?

Heimat und vertraute Traditionen geben mir Sicherheit. Ich weiß: Hier kann ich immer zurückkehren, hier werde ich mit offenen Armen empfangen und hier weiß ich, wie der Hase läuft.

Wenn man für eine begrenzte Zeit oder dauerhaft in ein anderes Land zieht, weiß man vorher nie genau, worauf man sich einlässt. Wird es mir gefallen? Finde ich mich zurecht? Kann ich mit den Kompromissen leben, die vielleicht notwendig sind, um mich an die dortige Kultur anzupassen? Und kann ich damit auf Dauer glücklich sein?

Für mich wird dieses Ankommen leichter, wenn man sich kleine Heimatinseln schafft. Sie geben Kraft für das nächste Abenteuer. Bei mir waren das zum Beispiel selbst gebackene Laugenbrezeln – wobei ich nebenbei gelernt habe, dass „wax paper“ in den USA kein klassisches Backpapier ist –, Glühwein und Kinderlieder von Rolf Zuckowski. Solche vertrauten Dinge geben mir auch an schwierigen Tagen ein gutes Gefühl.

Du hast deinen Mann während eines Praktikums kennengelernt und später mit ihm in New York gelebt. Was haben eure gemeinsamen Veränderungen dich über Partnerschaft gelehrt?

Mein Mann und ich sind ein unschlagbares Team. Wir verstehen unsere Partnerschaft als ein sehr bewegliches Gefüge. Lebensphasen verändern sich. Damit verschieben sich Prioritäten und Rollen – und zu einem anderen Zeitpunkt kann sich alles wieder umkehren.

Als wir nach New York gegangen sind, habe ich meinen Job in Deutschland gekündigt und bin mitgegangen. Wegen meiner Arbeitserlaubnis wusste ich zwar, dass ich irgendwann in den USA arbeiten durfte, aber lange nicht, wann. Das Verfahren dauerte fast acht Monate, danach folgte noch der Bewerbungsmarathon. In dieser Zeit war ich finanziell von meinem Mann abhängig, und wir lebten von einem Einkommen. Das war für mich zunächst ein ungewohntes Gefühl. Gleichzeitig habe ich den Haushalt übernommen, sodass wir unsere gemeinsame freie Zeit möglichst gut füreinander nutzen konnten.

Drei Jahre später war die Situation umgekehrt. Wir waren zurück in Deutschland, mein Mann nahm ein Sabbatical und trainierte für seinen Traum: einen Ironman über die Langdistanz. In dieser Zeit habe ich gearbeitet. Ein Jahr später war der Ironman geschafft, das Sabbatical vorbei und ich in Elternzeit.

Eine Partnerschaft verändert sich ständig. Wenn beide wissen, dass das völlig in Ordnung ist, können sie Veränderungen gemeinsam tragen. Ich bin gespannt, welche Rollen und Abenteuer das Leben für uns noch bereithält.

Porträt von Traurednerin Janine Haberl im Freien

Bodenständig und offen für Neues: Janine verbindet Heimatgefühl mit internationaler Erfahrung. Foto: Annett von Loeffelholz

Hat sich dein Blick auf Liebe, Ehe und Familie verändert, seit du Mutter geworden bist?

Im Kern hat sich mein Blick nicht grundlegend verändert. Natürlich nehmen Kinder sehr viel Aufmerksamkeit ein. Umso wichtiger ist es, bewusst darauf zu achten, dass die Partnerschaft dabei nicht aus dem Blick gerät.

Auch das ist eine Lebensphase, die sich wieder verändern wird. Wenn beide dieses Bewusstsein teilen und miteinander im Gespräch bleiben, lässt sich auch diese intensive Zeit gemeinsam gestalten. Für mich bestätigt das vor allem, was ich schon vorher über Partnerschaft gedacht habe: Ein gutes Team passt sich an, ohne das gemeinsame Fundament zu verlieren.

Was ist für dich das Besondere an einer bilingualen Trauung?

Eine bilinguale Trauung ist für mich eine besonders spannende Aufgabe. Das gilt auch für Zeremonien, bei denen das Paar oder ein Teil der Gäste unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Sprachen mitbringt.

Jede Rede ist ein Unikat, weil jedes Paar seine eigene Geschichte hat. Auch den Ablauf der Trauung besprechen wir ganz individuell. Bei internationalen Hochzeiten finde ich es besonders interessant herauszufinden, welche kulturellen Einflüsse oder Bräuche wir aufnehmen und miteinander verbinden können. Das Ziel ist kein Sammelsurium, sondern ein stimmiges Gesamtbild, das genau zu diesem Paar passt.

Bei einer Trauung hat der Vater der Braut seine Wünsche auf Rumänisch vorgetragen, weil er sich in seiner Muttersprache am wohlsten fühlte. Bei einer anderen Zeremonie haben wir die beiden Mütter mit je einer Lesung in ihrer Muttersprache einbezogen. Eine Lesung hatte einen eher weltlichen, die andere einen eher christlichen Bezug. Solche Elemente können unterschiedliche Hintergründe sichtbar machen, ohne dass die Zeremonie auseinanderfällt.

Wie erreichst du Gäste mit unterschiedlichen Sprachen, ohne die Rede Wort für Wort zu übersetzen?

Eine möglichst wörtliche Übersetzung klingt zunächst naheliegend, funktioniert in einer Rede aber nur selten wirklich gut. Redewendungen lassen sich nicht immer übertragen. Sprachliche Feinheiten, Erzählweise und Spannungsbogen verlieren schnell ihren Rhythmus, wenn jede Passage anschließend wiederholt wird.

Deshalb kläre ich mit dem Paar zunächst zwei Fragen: Was ist der kleinste gemeinsame sprachliche Nenner der Gäste? Und in welcher Sprache fühlt sich das Paar selbst am wohlsten? Verstehen nur wenige Gäste die Hauptsprache gar nicht oder betrifft es einen großen Teil der Hochzeitsgesellschaft? Daraus entwickeln wir die passende Lösung.

Inzwischen arbeite ich gern mit einer schriftlichen Übersetzung, die den Gästen als Orientierung dient. Wichtige Passagen können darin hervorgehoben werden. So wissen die Gäste, was gerade geschieht, ohne jedes Wort auf dem Papier verfolgen zu müssen. Denn wenn alle nur mitlesen, verpassen sie womöglich genau das, worum es geht: die Blicke, das Lachen und die Liebe zwischen den beiden Menschen vor ihnen.

Zu Beginn begrüße ich die Gäste gern auf Deutsch und Englisch. Danach bleibe ich häufig überwiegend in einer Sprache. Das ist kein starres Konzept, sondern die Lösung, die bislang für meine Paare am besten gepasst hat. Für eine andere Hochzeitsgesellschaft kann ein anderer Aufbau sinnvoller sein.

„She also went above and beyond by speaking to family members and friends, translating her speech, and printing copies that she distributed.“

Anna und Bryan schätzten, dass Rednerin Janine Angehörige befragte und die zweisprachige Trauung sorgfältig vorbereitete.

Deine Paare beschreiben dich als ruhig, pragmatisch, aufmerksam und zuverlässig. Wie schaffst du Sicherheit?

Ich versetze mich in die Rolle des Paares und überlege, was ich mir selbst von einem Dienstleister für meine Hochzeit wünschen würde. Ein Paar hat so viele Dinge im Kopf und möchte den Hochzeitstag zugleich einfach genießen. Im besten Fall sind alle wichtigen Fragen längst geklärt und am Tag selbst muss niemand mehr über organisatorische Details nachdenken.

Deshalb beginnt diese Sicherheit für mich lange vor der Zeremonie. Im Paargespräch bespreche ich mit meinen Paaren den logistischen Ablauf sehr genau – bis hin zu Fragen wie: Wo befinden sich die Ringe vor dem Ringtausch? Das Gespräch findet oft etwa ein halbes Jahr vor der Trauung statt. Natürlich müssen zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Antworten feststehen. Viele Fragen sind zunächst Denkanstöße.

Anschließend fasse ich die Punkte per E-Mail zusammen. So kann das Paar sie mit den Trauzeugen, anderen Dienstleistern oder der Location klären. Etwa drei bis vier Wochen vor der Hochzeit folgt eine letzte Check-Mail: Was steht fest, was hat sich geändert, was müssen wir noch abstimmen?

Am Hochzeitstag überprüfe ich die wichtigen Punkte vor Ort. Stehen die Stühle wie besprochen? Hat der Trauzeuge wirklich die Ringe? Wenn doch noch eine Frage auftaucht, wende ich mich möglichst an die Trauzeugen oder die Eltern. Das Paar soll kurz vor der Zeremonie nicht mit Organisation belastet werden.

Und wenn trotz aller Vorbereitung etwas anders läuft, wird improvisiert. Wir sind alle Menschen, Dinge passieren – und im Zweifel hilft eine gute Portion Humor. In diesem Sommer musste ich während einer Trauung einen kleinen Stepptanz in Pumps einlegen, weil es zwei Pferdebremsen auf meine Beine abgesehen hatten. Meine Trefferquote war ausbaufähig, denn außerhalb von Trauungen trage ich nie hohe Schuhe. Die Gäste nahmen es mit Humor, feierten schließlich meinen Sieg, und danach konnte die Zeremonie ungestört weitergehen.

„Denn wir haben uns durch die gesamte Vorbereitungsphase auf Janine verlassen können. Wir wurden sehr gut abgeholt und hatten dadurch vollstes Vertrauen, dass sie die Rede genau für uns maßgeschneidert verfassen wird.“

Lisa und Sebastian konnten sich schon in der Vorbereitung auf Rednerin Janine verlassen.

Bilinguale Freie Trauung mit Janine Haberl in München und Bayern

Janine verbindet Weltoffenheit mit einem starken Gefühl für Heimat, sorgfältige Vorbereitung mit der nötigen Flexibilität am Hochzeitstag. Sie begleitet Paare in München, Bayern und darüber hinaus auf Deutsch und Englisch.

Auf Janines Profil erfahrt ihr mehr über sie und ihre Arbeit als Freie Traurednerin.

Wenn ihr Janine kennenlernen oder eine bilinguale Freie Trauung planen möchtet, schreibt uns gern. Das erste Kennenlernen ist kostenlos und unverbindlich.

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