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Traurednerin Katharina Muth aus Erfurt: Was Eiskunstlauf, Lebensreden und Freie Trauungen verbindet

Wer Katharina Muth nach ihrem Weg zur Freien Rednerin fragt, landet schnell auf dem Eis. 14 Jahre lang war Eiskunstlauf ein wichtiger Teil ihres Lebens. Dort lernte sie, neue Herausforderungen anzunehmen, sorgfältig zu trainieren und trotz Nervosität im entscheidenden Moment auf sich selbst zu vertrauen.

Heute begleitet Katharina Paare bei ihrer Freien Trauung. Im Interview erzählt die Traurednerin aus Erfurt, was eine Hochzeitszeremonie mit einer Eiskunstlaufkür gemeinsam hat, warum gute Vorbereitung den Paaren Sicherheit gibt und wie ihre Arbeit als Lebensrednerin und Erzieherin ihren Blick auf Liebe und Partnerschaft prägt.

Porträt der Traurednerin Katharina Muth am Wasser

Katharina Muth spricht im Interview über Vorbereitung, Vertrauen und persönliche Worte. Foto: Privat

Katharina, du sagst, dass neue Herausforderungen bei dir zunächst Begeisterung, dann Panik und schließlich Ehrgeiz auslösen. Wie zeigt sich das in deiner Arbeit als Freie Rednerin?

Wenn mich etwas Neues erwartet, bin ich zuerst begeistert. Dann kommt häufig der Moment, in dem ich denke: Ich weiß noch gar nicht, wie das funktioniert. Aber ziemlich schnell melden sich mein Ehrgeiz und mein unbedingter Wille, das gesetzte Ziel zu erreichen.

So war es früher beim Eiskunstlauf und so erlebe ich es auch heute in der Arbeit mit Paaren. Vor dem ersten Kontakt und dem Kennenlerngespräch bin ich oft unglaublich nervös. Gleichzeitig vertraue ich darauf, dass mir meine Erfahrung, meine Offenheit und mein ehrliches Interesse an den Menschen helfen. Wenn wir uns füreinander entscheiden, werden wir zu einem Team.

Dann möchte ich genau verstehen, was sich das Paar für seinen besonderen Tag erhofft und wie wir dieses Ziel gemeinsam erreichen können. Meine Aufgabe ist es, die Wünsche nicht nur zu hören, sondern daraus einen verlässlichen Weg bis zur Zeremonie zu entwickeln.

Was hast du aus deiner Zeit als Eiskunstläuferin für Freie Trauungen mitgenommen?

Im Eiskunstlauf musste ich mir alles aneignen, was notwendig war, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wenn ich ein schwierigeres Element in einer Kür zeigen wollte, brauchte ich zunächst die Theorie und anschließend sehr viel praktische Arbeit. Entscheidend waren für mich zwei Dinge: das Vertrauen in mein eigenes Talent und die Disziplin, so lange weiterzuarbeiten, bis ich bereit war.

Diese Haltung hilft mir heute bei einer Freien Trauung. Auch hier gibt es einen längeren Prozess, in dem wir sprechen, planen, Fragen klären und die Zeremonie Schritt für Schritt entwickeln. Am Hochzeitstag muss ich dann darauf vertrauen, dass die gemeinsame Vorbereitung trägt.

Natürlich bin ich auch vor einer Trauzeremonie nervös. Mein Magen ist flau, mein Mund wird trocken. Dann erinnere ich mich an die Methoden aus meiner Wettkampfzeit: Ich lasse diese Gefühle zu, lasse sie durch mich hindurchfließen und besinne mich darauf, mir selbst zu vertrauen. Ich weiß, was ich kann.

Mein Mantra lautet: Diese Rede ist ein Geschenk für die beiden – schenk ihnen diesen Moment.

Du vergleichst die Vorbereitung einer Freien Trauung mit Technical Score und Components im Eiskunstlauf. Was meinst du damit?

Zu meiner Zeit als Eiskunstläuferin gab es noch die A- und die B-Note. Heute spricht man vom Technical Score und von den Components. Für mich lässt sich diese Unterscheidung wunderbar auf eine Freie Trauung übertragen.

Der Technical Score steht für die Rahmenbedingungen und den organisatorischen Teil: Zieht das Paar gemeinsam ein? Wer spielt die Musik und wann? Wünschen sich die beiden ein persönliches Eheversprechen? Werden Freunde oder Angehörige in die Zeremonie eingebunden? Diese Fragen erarbeiten wir im Vorfeld sorgfältig und verbindlich.

Die Components sind dann die eigentliche Kür: die Ausgestaltung und Durchführung der Zeremonie. Wenn die Vorbereitung trägt, darf das Paar am Hochzeitstag glänzen und den Moment in seiner ganzen Schönheit genießen. Die Arbeit im Hintergrund soll dafür sorgen, dass sich die Zeremonie vorne leicht und selbstverständlich anfühlt.

Wie gibst du Paaren während der Vorbereitung Sicherheit?

Der Weg bis zu einer Freien Trauung ist ein ganzes Stück Arbeit. Gemeinsam verteilt sich diese Arbeit jedoch auf mehrere Schultern. Schon im Kennenlerngespräch ist mir wichtig zu erklären, dass wir diesen Weg Schritt für Schritt gehen, alle Punkte gemeinsam bearbeiten und im Austausch bleiben.

Eine offene, ehrliche und vertrauensvolle Kommunikation ist dafür die Grundlage. Im Laufe der Vorbereitung möchte ich den Paaren immer mehr Sicherheit geben. Sie sollen wissen, was auf sie zukommt, welche Entscheidungen noch anstehen und dass sie sich auf mich als starke Partnerin verlassen können.

Diese Sicherheit nimmt am Hochzeitstag viel Druck. Das Paar darf denken: Das läuft. Wir schaffen das. So können die beiden im Hier und Jetzt ankommen, den Moment erleben und müssen nicht gleichzeitig den Ablauf kontrollieren.

Wer genauer wissen möchte, was eine professionelle Begleitung alles umfasst, findet dazu weitere Informationen im Beitrag über die Aufgaben eines Trauredners.

Eine Braut hält während der Trauung ein Taschentuch ans Gesicht, ihr Partner sitzt neben ihr

Raum für echte Gefühle: Auch Freudentränen gehören zu einer persönlichen Zeremonie. Foto: Tom & Jezz Fotografie

Du hältst neben Traureden auch Lebensreden. Wie hat diese Arbeit deinen Blick auf Liebe und Partnerschaft verändert?

Lebensreden liegen mir genauso am Herzen wie Freie Trauungen. Die Anlässe könnten kaum unterschiedlicher sein, und doch verbindet sie etwas Wesentliches: Es geht um wichtige Menschen in unserem Leben, die wir lieben oder geliebt haben. Wir ehren sie, geben ihren Geschichten Raum und zeigen, welche Bedeutung sie für uns haben.

Durch meine Arbeit als Lebensrednerin und die damit verbundene Trauerbegleitung ist mein Blick auf Liebe, Ehe und den gemeinsamen Alltag noch sensibler geworden. Wenn ich mit einer trauernden Familie an einem Tisch sitze und Angehörige von ihrem Herzensmenschen erzählen, spüre ich sehr deutlich, wie kostbar gemeinsame Zeit ist.

Nicht jeder Tag ist der schönste unseres Lebens. Aber wir können versuchen, viele kostbare Momente mit den Menschen zu schaffen, die uns guttun. Eine Freie Trauung kann genau ein solcher Moment sein: ein Tag, eine Erinnerung und ein wertschätzender Augenblick, den einem niemand mehr nehmen kann.

Du arbeitest außerdem als Erzieherin. Was nimmst du aus deinem pädagogischen Alltag in die Arbeit mit Paaren mit?

Als Erzieherin begleite ich Kinder dabei, herauszufinden, was für sie wichtig ist: Was mag ich, was mag ich nicht? Was möchte ich und was nicht? Was brauche ich? Wann sage ich Ja und wann sage ich Nein zu etwas, das mir wichtig ist?

Ich unterstütze Kinder darin, eigene Ideen, Strategien und Meinungen zu entwickeln – selbstbestimmt und unabhängig. Meinen Paaren stelle ich im Grunde sehr ähnliche Fragen: Wollt ihr das wirklich? Gefällt euch diese Idee? Könnt ihr euch den Moment vorstellen? Seid ihr davon überzeugt?

Ich möchte Paare darin bestärken, ihre eigenen Wünsche umzusetzen, gerade wenn diese nicht einer klassischen Zeremonie entsprechen. Es geht an diesem Tag nicht um die Erwartungen von Oma, Tante oder anderen Gästen. Es geht um euch. Dafür bin ich da: für euch und euren Tag.

Deine Liebe zu Gedichten und wahren Worten hat viel mit deinem Großvater zu tun. Was hast du von ihm gelernt?

In meinen Reden verwende ich gern Zitate, Anekdoten, Redewendungen und manchmal einen kurzen Gedanken aus einem Gedicht oder Lied. Ich dichte auch selbst. Diese Liebe zu Worten erinnert mich an meinen Großvater. Er hat zu jedem erdenklichen Anlass eine Rede geschrieben, gereimt oder ungereimt. Die Menschen waren berührt, weil sie in seinen Zeilen seine Wertschätzung gespürt haben.

Ich habe ihn einmal gefragt, wie er die richtigen Worte findet. Seine Antwort begleitet mich bis heute: Die richtigen Worte sind diejenigen, die wahr sind. Es geht nicht darum, ob jeder Reim perfekt ist oder an welcher Stelle man steht, wenn man die Worte spricht. Entscheidend ist, dass sie echt sind und aus einem wahren Gefühl entstehen.

Deshalb darf in einer Lebensrede auch herzlich gelacht werden. Und in einer Freien Trauung dürfen neben den Freudentränen manchmal auch Tränen über schwere oder traurige Erfahrungen fließen. Gefühle sind nicht falsch, wenn sie ehrlich sind.

Genau daran halte ich mich. Ich freue mich über jedes Paar, das bereit ist, diesen aufregenden Weg gemeinsam mit mir zu gehen. Am Ende möchte ich den beiden etwas schenken: eine ganz persönliche Freie Trauung und Worte, in denen sie sich wirklich wiedererkennen.

Freie Trauung mit Katharina Muth in Erfurt und Thüringen

Katharina begleitet Paare in Erfurt, Thüringen und darüber hinaus. Auf Katharinas Profil erfahrt ihr mehr über sie und ihre Arbeit als Freie Rednerin.

Wenn ihr Katharina kennenlernen oder euch zu einer persönlichen Freien Trauung beraten lassen möchtet, schreibt uns gern. Das erste Kennenlernen ist kostenlos und unverbindlich.

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