Eine bilinguale Freie Trauung soll nicht wie zwei voneinander getrennte Zeremonien wirken. Im besten Fall entsteht eine gemeinsame Geschichte, in der unterschiedliche Sprachen, Sprachmelodien und kulturelle Erfahrungen selbstverständlich zusammenfinden.
Carola Trenkle begleitet Paare auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Im Interview erklärt sie, welche Möglichkeiten Paare bei der Gestaltung einer bilingualen Hochzeitsrede haben, was sie an mehrsprachigen Hochzeitsgesellschaften liebt und warum sich echte Gänsehautmomente nicht planen lassen.
Was ist dein Tipp für Paare, die sich eine bilinguale Zeremonie und Rede wünschen?
Es hilft, sich zunächst Gedanken darüber zu machen, wie die Rede konkret aufgebaut sein soll. Sollen sich beide Sprachen abwechseln und ineinander verwoben werden? Soll eine Sprache dominieren, zum Beispiel in einem Verhältnis von 70 zu 30 Prozent? Oder wird die Rede in einer Sprache gehalten und für die Gäste in der zweiten Sprache zusätzlich in gedruckter Form bereitgestellt?
Es gibt dafür nicht die eine richtige Lösung. Wichtig ist, dass sich das Paar und die Gäste mit der gewählten Form wohlfühlen. Wie die Sprachen am besten miteinander verbunden werden, finden wir deshalb gemeinsam heraus.

Was gefällt dir besonders an bilingualen Reden?
Ich liebe die Mischung verschiedener Kulturen, das Aufeinandertreffen von Sprachen, Sprachmelodien und Reaktionen. Jede Hochzeitsgesellschaft entwickelt dadurch ihre ganz eigene Dynamik.
Kürzlich durfte ich eine deutsch-mexikanische Hochzeitsgesellschaft begleiten. Es war wunderbar, wie der Brautvater meine Rede mit spanischen Zwischenrufen bereichert hat – was ich ausdrücklich begrüßt habe. Die gesamte Atmosphäre wurde dadurch noch emotionaler und lockerer.
Was darf in keiner deiner Reden fehlen?
Für mich gehört zu jeder Rede ein stimmiger Redefluss. Ich empfinde ihn wie eine Melodie, die unterschiedliche Akzente setzt, den Bogen bis zum Ende eines Satzes spannt und auch die Pausen als wichtigen Teil des Ganzen versteht.
Gerade bei einer bilingualen Rede ist dieser Rhythmus besonders wichtig. Die Wechsel zwischen den Sprachen sollen nicht unterbrechen, sondern die gemeinsame Geschichte weitertragen.
Wie erzeugst du Gänsehautmomente bei den Gästen?
Gänsehautmomente lassen sich nicht kalkulieren. Für mich sind sie ein Sprung ins Ungewisse – Augenblicke, in denen ich mich beim Sprechen selbst überrasche. Sie entstehen erst während der Zeremonie: aus der Stimmung, den Reaktionen des Paares und dem, was sich im Raum entwickelt.
Diese Momente kann man nicht erzwingen. Aber wenn sie passieren, sind sie wunderschön.

Bilinguale Zeremonien brauchen keine starre Formel
Ob beide Sprachen gleichberechtigt ineinandergreifen, eine Sprache den größeren Anteil erhält oder eine Übersetzung zum Mitlesen ausgegeben wird, hängt von der Zusammensetzung der Gäste und den Wünschen des Paares ab. Entscheidend ist, dass niemand das Gefühl bekommt, nur einer Übersetzung zuzuhören. Eine gute bilinguale Zeremonie schafft einen gemeinsamen emotionalen Moment – auch dann, wenn nicht alle Gäste jedes einzelne Wort verstehen.
Mehr über Carola Trenkle und ihre Arbeit als Freie Rednerin erfahrt ihr auf ihrem Profil.
Weitere Informationen findet ihr auf unserer Seite über bilinguale und internationale Freie Trauungen.
Wenn ihr euch eine persönliche mehrsprachige Zeremonie wünscht, schreibt uns gern. Wir prüfen, welche Redner verfügbar sind, und ermöglichen euch ein kostenloses und unverbindliches Kennenlernen.
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